Die Automobilindustrie in Deutschland und die modernen Autos

Viele verschiedene und aus internationalen Werken stammende Fahrzeuge sind die Gewinner der Pannenstatistik des ADAC in diesem Jahr. Darin haben deutsche Autos so gut abgeschlossen wie nie zuvor. Sechs Fahrzeugklassen, sechs Siege, was will man mehr! Dennoch sollten sich die deutschen Autobauer davor hüten, sich in den Stühlen zurückzulehnen und sich auf die Schulter zu klopfen. Es ist nicht alles nur Sonnenschein, auch bei den deutschen Automobilisten gibt es jede Menge Schatten, die Ergebnisse haben ersten einen kurzen Halbzeitwert und sind obendrein nur bedingt aussagekräftig. Basis für die Bewertung sind die Einsätze der Helfer des ADAC, die im vergangenen Jahr insgesamt in vier Millionen Fällen gerufen wurden. 230.000 dieser Einsätze führten zu den jetzigen Ergebnissen der Pannenstatistik, da nur Fahrzeuge berücksichtigt wurden, die nicht älter als 6 Jahre waren und die als Modell sowohl mindestens seit 3 Jahren auf dem Markt sind und dabei einmal eine Zulassungszahl von 10.000 Fahrzeugen erreicht haben. Keine Chance also für Autos wie den Infiniti FX30d.

Bei der Auswertung waren die einzelnen Fahrzeugvarianten nicht von Belang, es spielte somit keine Rolle, ob es sich um Limousinen, Vans oder Cabrios handelte, ausschlaggebend waren neben den vorgenannten Kriterien lediglich die Fahrzeugklassen. Nachdem im letzten Jahr immerhin noch die Marke eines Japaners einmal das Siegerpodest erklimmen konnte und vor zwei Jahren ein Franzose mit den kleinen Fahrzeugen Spitzenplätze erobern konnte, war in diesem Jahr für keinen der ausländischen Autobauer mehr ein erster Platz zu haben. Im Gegenteil, sie sind abgeschlagen wie nie. Nur bei den Klein- und Kleinstwagen reicht es noch zu Plätzen unter den ersten Drei. Die Dominanz der deutschen Marken zeigt sich in der Mittelklasse besonders deutlich: Mit einem weiteren neuen Fahrzeug findet man das erste Modell eines ausländischen Fabrikats auf Platz 11. Daraus könnte man ableiten, dass man nationale Autos kaufen muss, sollte man Wert auf Qualität legen. Eine Aussage, die Fachleute so nicht unterschreiben wollen. Schließlich sei die Pannenhäufigkeit nicht das einzige Kriterium, welches Fahrzeugbesitzer bei der Zufriedenheit berücksichtigen. Die Pannenstatistik bewerte ja nur Fahrzeuge die liegen geblieben sind. Wenn es regnet und durch das geschlossene Cabriodach tröpfelt das Wasser, bleibt das Fahrzeug keineswegs liegen, der Ärger beim Besitzer dürfte dennoch gewaltig sein, Pannenstatistik hin oder her.

Auch können Fahrzeuge qualitativ erheblich besser abschneiden als der Sieger der jeweiligen Klasse. Was nützt das jedoch, wenn es davon aber weniger als 10.000 Zulassungen im Jahr gegeben hat, wie beispielsweise beim Infiniti G37 Coupe. Aber selbst hinsichtlich der Quote liegen gebliebener Fahrzeuge kann man die Statistik nicht mehr als absolut objektiv bezeichnen. So bieten viele Autohersteller inzwischen sogenannte Pannenassistenzprogramme an, darunter nahezu alle deutschen Marken. Wer bei einer Panne diese Nummern anwählt,spricht mit dem Call-Center der eigenen Automarke, die dann auch nichts anderes macht, als den ADAC zu schicken. Der Unterschied liegt jedoch darin, dass diese Meldungen nicht in der Pannenstatistik auftauchen. Zahlen oder Autohersteller, die diese Dienste betreffen, hält der Autoclub jedoch unter Verschluss. Wer also wirklich ein genaues und korrektes Bild über die Qualität der Automarken haben will, muss sich zusätzlich die Zahlen vom TÜV anschauen. Hier sieht das Bild teilweise erheblich anders aus. Hier heißen die Sieger der Pannenstatistik wie asiatische Vornamen, die größte Kundenzufriedenheit erreichten jedoch Fahrzeuge aus den nordeuropäischen Ländern.

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